Die größte künstliche Sonne der Welt
- Weltweites Interesse an dieser deutschen Energieforschung mit Werbung für den Standort NRW -
Ganz in unserer Nähe geschaffen, nicht im fernen Silicon Valley in Kalifornien,
sondern in Jülich in NRW steht die größte künstliche Sonne der Welt mit ihren
elliptischen 149 Strahlern. Die spektakuläre Anlage Synlight des Deutschen
Zentrums für Luft- und Raumfahrt im eigens dafür geschaffenen
Forschungsgebäude wird weltweit seit Inbetriebnahme in Jülich vor Ort
genutzt – unter anderem von Forschungseinrichtungen und Unternehmen aus
Australien, Frankreich, der Schweiz oder aus den USA -.
Damit ist die größte künstliche Sonne der Welt ein herausragendes Aushängeschild
für die Deutsche Energieforschung und den Standort NRW, insbesondere für das
Rheinische Revier um das Forschungszentrum Jülich und die RWTH Achen
Universität, jüngst auch treffend Zukunftsregion Europa West genannt.
Nach Ansicht von Fachleuten stellt die Forschung um die künstliche Sonne eines der
weltweit interessantesten Projekte zur Gewinnung von nicht fossilen Treibstoffen dar,
das als als positives, zukunfstweisendes Forschungsprojekt aus NRW mehr
Beachtung in der breiten Öffentlichkeit und Politik zum Thema erneuerbarer Energie
verdient. Auf die Frage, warum das so ist, lohnt es sich näher einzugehen:
In einer 18 Meter hohen Halle befinden sich 149 Reflektoren, angeordnet in 13
Reihen auf einer Fläche von 14 x 16 Metern. Die Hochleistungsstrahler Synlight des
Instituts für Future Fuels und Solarforschung erzeugen gemeinsam eine
Lichtintensität, die dem 10.000-fachen der natürlichen Sonnenstrahlung auf der
Erdoberfläche entspricht. Mit dem gebündelten Licht kann zum Beispiel eine fünf
Zentimeter dicke Eisenplatte mühelos durchschmolzen werden.
Dieser große Sonnensimulator wird die Forschung um die zukunftsweisende
Herstellung solarer Brennstoffe und zur Gewinnung nicht fossiler Treibstoffe
entscheidend voranbringen. Ein Schwerpunkt der Forschung ist es, mit Hilfe des
konzentrierten Sonnenlichts Wasserstoff herzustellen, um daraus klimafreundliche
Treibstoffe herzustellen.
Mittel- bis langfristig können solare Treibstoffe die fossilen Kraftstoffe in einigen
Bereichen komplett ersetzen, zum Beispiel in der Luft- und Schifffahrt oder im
Schwerlastverkehr.
Weitere zahlreiche Anwendungen sind mit Synlight vorstellbar. So kann man
untersuchen, welche Auswirkungen starkes Sonnenlicht auf die Alterung von
Materialien hat, etwa bei Komponenten in der Luft- und Raumfahrt. Mit Synlight
lassen sich Raumfahrtelemente auf die nötige thermische Belastbarkeit testen, die
sie für den Eintritt in die Erdatmosphäre benötigen. Auch Forschende und Industrieunternehmen der solarthermischen Kraftwerksbranche finden in Synlight
ideale Bedingungen für Tests
Weiterhin gibt es Forschungen des DLR im Sonnenofen am Versuchsstand in Köln-
Porz, die sich damit befassen, wie durch die Bestrahlung mit Sonnenenergie der
Sahara-Sand oder auch der vulkanischer Staub – so auch der Mondstaub – in
Baustoffe umgewandelt werden können.
Es sollte somit klar geworden sein, dass der Hochleistungsstrahler Synlight als
künstliche Sonne weitaus mehr Beachtung in der breiten Öffentlichkeit und Politik
u.a. über die Finanzförderung von Bund und Land hinaus verdient. Er ist ein
hervorragendes Beispiel für die Innovationskraft der deutschen Wissenschaft und
des Mittelstandes und sollte der breiten Öffentlichkeit den Glauben an die
Zukunftsfähigkeit des Standorts Deutschlands und somit die Zuversicht stärken.
Synlight besitzt im Übrigen sogar einen entscheidenden Vorteil: Die natürlichen
Sonne ist unberechenbar. Morgens geht die Sonne auf, dann ziehen die Wolken
durch und abends geht die Sonne wieder unter. Bei Synlight dagegen wird die Sonne
eingeschaltet, wenn sie gebraucht wird und steht dauernd zur Verfügung.
Richtig genutzt kann die größte künstlichen Sonne der Welt und die darum sich
bildenden neuen Forschungsgebiete ein bedeutendes Aushängeschild für unser
direktes Umfeld in NRW und die gesamte Zukunftsregion Europa West werden.
Synlight wird neben Europas ersten Quantencomputer der kanadischen Firma D-
Wave in Jülich und auch den in Planung befindlichen XXL-Rechenzentren
Hyperscaler in Bergheim und Bedburg einen wichtigen Beitrag für zukünftige
Technologien leisten.
Alle Neuerungen der technischen Zukunftsindustrien in unserem nahen Umfeld
werden dafür sorgen, dass sich das „Innovation Valley Rheinland“ in dieser Hinsicht
keineswegs mehr hinter dem Silicon Valley verstecken muss. Gefördert mit
Strukturhilfen von rund 15 Milliarden Euro wird das Rheinische Revier eine
Europäische Modelregion werden, die eine stabile Versorgung mit erneuerbarer
Energie gewährleisten wird.
Der Leuchtturm „Größte Künstliche Sonne der Welt“ wird dabei eine wichtige
Rolle für unsere Umwelt spielen, zum Wohle von NRW und des gesamten
Wirtschaftsstandortes Deutschland, eine wichtige Rolle nicht zuletzt auch für
die Erforschung zukünftiger Technologien zur nachhaltigen, weltweiten
Energieversorgung.


