Bedburg und Jülich im Zentrum der Zukunfts-Region Europa West
Die beiden benachbarten Städte Bedburg und Jülich liegen im Zentrum des Rheinischen Reviers, zukunftsweisend besser Zukunfts-Region Europa West genannt. Diese sogenannte Zukunfts-Region erstreckt sich von Düsseldorf und Köln in Richtung Westen, schließt die Stadt Aachen mit ein und weist quasi europäisch über Maastricht hinaus in Richtung Brüssel.

Dabei beweist die Modell-Region für Zukunfts-Technologie bereits heute in zahlreichen Fällen ihre Schöpferkraft und Kreativität beim Umbau von der Kohle in eine digitale und umweltschonende Welt. So stellt beispielweise der Kreis Heinsberg selbst Wasserstoff mit dem Ziel her, bis 2025 in NRW 500 Wasserstoff-Busse im Einsatz zu haben, die grünen Wasserstoff tanken können.
Sämtliche Initiativen werden natürlich entscheidend von den 15 Milliarden staatlichen Fördermitteln und der Innovationsfreudigkeit der Kommunen vorangetrieben. Auch besonders Jülich und Bedburg werden aufgrund ihrer zentralen Lage zunehmend von der Förderung profitieren.
Mit den beiden Hyperscalern von Microsoft in Bedburg und Bergheim – mit Investitionen von ca. zwei Milliarden Euro von Microsoft allein ohne Zuschüsse vorangetrieben – wird diese Region sich als eine europaweite Datendrehscheibe mit enorm viel Speicherkapazität entwickeln. Davon werden Unternehmen aus der digitalen Wirtschaft, beispielsweise Betreiber von Digitalparks, Softwareunternehmen, Telekommunikationskonzerne, Entwickler von künstlicher Intelligenz und der boomenden Wasserstoffwirtschaft, profitieren.
Die Stadt Bedburg selbst rückt nunmehr nicht zuletzt durch Microsoft zunehmend in den Blickpunkt der Betrachtung. Bekanntlich hat sich Microsoft im neuen Gewerbegebiet von insgesamt 44 Hektar an der A61 in Bedburg eine Fläche von 18 Hektar reservieren lassen. Die Nachfrage nach dem verbleibenden Bauland rund um das geplante Microsoft Rechenzentrum ist bereits jetzt größer als das noch vorhandene Flächenangebot. Laut Wirtschaftsdezernent der Stadt Bedburg sind von den zu erwartenden 2.500 Arbeitsplätzen im Digitalpark an der A61 bereits jetzt alle unter Dach und Fach und ausgebucht.

Insofern gibt es aktuell eine Forderung an die NRW-Landesregierung zur Ausweisung von
weiteren Gewerbegebieten für die digitale Wirtschaft am Stadtrand von Bedburg auf den rekultivierten Flächen an den Tagebauen Garzweiler.
Das Forschungszentrum Jülich ist dabei bereits seit Jahrzehnten ein Aushängeschild für
technische Innovation. Zuletzt machte Jülich durch den ersten Quantencomputer in Europa und durch die “größte künstliche Sonne der Welt“ auf sich aufmerksam – weltweit genutzt u.a. von Forschern aus Australien, Frankreich, der Schweiz und den USA.
Jüngst laufen die digitalen Entwicklungen beider benachbarten Städte mit ähnlicher Thematik und Zielsetzung parallel oder besser gesagt Hand in Hand und befruchten sich gegenseitig, wie zwei Beispiele der rasanten Entwicklung zeigen. In Bedburg das „Green Industrial Maker Space“ (GIMS) und in Jülich der „Brainergy Hub“.

Zukunft nach der Kohle
Im Gewerbegebiet Mühlenerft in Bedburg wird aller Voraussicht nach bereits im Jahr 2027 der Neubau des Green Industrial Maker Space entstehen, in dem Unternehmen ihre Zukunft nach der Kohle entwerfen und gestalten können. So sollen Arbeitsplätze und wirtschaftlicher Erfolg erhalten und ausgebaut werden. Neben Bestandsunternehmen als Hauptzielgruppe ist das Projekt auch für Start-ups offen.
Mit dem Maker Space verfolgt die Stadt Bedburg die übergeordnete Zielsetzung, das unternehmerische Handeln der Region zu stärken. Gerade lokale, kleine und mittlere Unternehmen aus dem produzierenden und verarbeitenden Gewerbe sollen unterstützt und Impulse für die Weiterentwicklung der regionalen Wertschöpfungssysteme gesetzt werden.
Der Maker Space wird ca. 4.900 Quadratmeter Fläche umfassen. Davon sind etwa 1.000 Quadratmeter für Büro und Begegnung vorgesehen sowie eine 3.900 Quadratmeter große modulare Halle für Prototyping und Produktion, die ganz nach dem Bedarf der Unternehmen gestaltet und ausgestattet werden wird. Der Neubau wird ressourcenschonend umgesetzt. Bei der technisch hochwertigen Ausstattung des Gebäudes sollen die betroffenen Unternehmen mitreden können.
Parallel dazu entsteht im Brainergy Jülich mit dem Brainergy Hub ein Innovations- und Gründerzentrum in einem rund 9.700 qm großen runden Zentralbau. Auch hier sollen Gründern und Unternehmen attraktive Flächen offeriert werden, schwerpunktmäßig mit den Themenfeldern „Neue Energien“ und „Energiewende“. Es entsteht demgemäß eine Simulationsfläche und Demonstrationsplattform für das Energiemanagement der Zukunft.
Der Brainergy Park Jülich bietet die Möglichkeit, die Herausforderungen der Energiewendewirtschaft live und vor Ort unter Realbedingungen anzugehen und Konzepte zu entwickeln, die NRW voranbringen. Und das in einem einzigartigen Forschungsumfeld und in enger interkommunaler Kooperation.
In einem anderen Bereich des Wasserstoffs laufen die Bemühungen beider Städte ebenfalls parallel. Sowohl das jüngst im Aufbau befindliche Institut für nachhaltige Wasserstoffwirtschaft (INW) des Forschungszentrums Jülich als auch der Neubau des H2 in Bedburg, der gemeinsam mit RWE und einem 4,7 Millionen NRW-Förderbescheid betrieben werden soll, werden bereits im Jahr 2026 grünen Wasserstoff liefern.
Bedburg entwickelt sich somit immer mehr zum kongenialen Partner für Jülich und rückt zusammen mit Microsoft näher an die digitale Entwicklung des Forschungszentrums Jülich heran.
Bedburg und Jülich werden mit ihren Ideenansätzen in Zukunft vermehrt aufeinander
zugehen und somit in Verbindung mit der RWTH Aachen die Zukunftsregion Europa West zu einer Vorzeigeregion für neue Technologien in NRW und in ganz Deutschland werden lassen.
